Themenschwerpunkt Bauchgefühl: Warum wir tatsächlich ein „Bauchhirn“ haben
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Ein mulmiges Gefühl vor einem wichtigen Termin, Schmetterlinge im Bauch oder plötzliches Magengrummeln: Unser Bauch reagiert häufig, bevor wir bewusst einordnen können, was gerade mit uns passiert.
Dahinter steckt das enterische Nervensystem – ein Netzwerk aus mehr als 200 Millionen Nervenzellen in den Wänden des Magen-Darm-Trakts. Dieses „Bauchhirn“ kann viele Vorgänge eigenständig steuern. Dazu gehören etwa die Darmbewegung, die Ausschüttung von Verdauungssäften und die Empfindlichkeit des Darms. Gleichzeitig steht es über die Darm-Hirn-Achse in ständigem Austausch mit unserem Gehirn. Diese Verbindung funktioniert in beide Richtungen: Stress und Aufregung können sich im Bauch bemerkbar machen – umgekehrt gelangen fortlaufend Informationen aus dem Magen-Darm-Trakt zum Gehirn. Dort werden die Signale eingeordnet und mit unserer aktuellen Situation und unseren Erfahrungen verknüpft.
Das Bauchgefühl ist damit keineswegs nur Einbildung. Es ist Ausdruck der komplexen Kommunikation zwischen Darm, Nervensystem und Gehirn – und ein gutes Beispiel dafür, wie eng körperliches und psychisches Erleben miteinander verbunden sind.
Quelle:
Ohara TE, Hsiao EY. Microbiota–neuroepithelial signalling across the gut–brain axis. Nature Reviews Microbiology. 2025;23:371–384.
Review Article, published: 02 January 2025