Studie: Antibiotika können das Darmmikrobiom langfristig verändern

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Antibiotika sind unverzichtbar für die Behandlung bakterieller Infektionen und haben die moderne Medizin nachhaltig geprägt. Gleichzeitig zeigen aktuelle Forschungsergebnisse, dass ihr Einsatz über die eigentliche Behandlung hinaus Auswirkungen haben kann.

Eine Analyse von Daten aus dem schwedischen Verschreibungsregister mit fast 15.000 Personen untersuchte den Zusammenhang zwischen Antibiotikaverordnungen und der Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Die Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Wissenschaftsjournal "Nature Medicine" veröffentlicht und zeigen, dass bestimmte Antibiotika mit langfristigen Veränderungen der Darmflora verbunden sein können. Dabei unterschieden sich die Auswirkungen je nach Wirkstoffgruppe.

„Wir wissen heute, dass das Darmmikrobiom ein zentraler Baustein unserer Gesundheit ist. Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass Antibiotika diese empfindliche Gemeinschaft von Mikroorganismen noch lange nach der Behandlung beeinflussen können. Deshalb sollten Antibiotika nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich notwendig sind“, erklärt Prof. Dr. Miriam Stengel, 1. Vorsitzende des Magen-Darm-Forums MAGDA.

Da das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle für Verdauung, Stoffwechsel, Immunfunktion und die Darm-Hirn-Achse spielt, könnten solche Veränderungen insbesondere für Menschen mit bereits bestehenden gastrointestinalen Erkrankungen relevant sein.

Die Studie unterstreicht die Bedeutung eines verantwortungsvollen und indikationsgerechten Einsatzes von Antibiotika. Wo immer möglich, sollten Nutzen und potenzielle Langzeitfolgen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.


Quelle: Baldanzi G, Larsson A, Sayols-Beixeras S et al. Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals. Nature Medicine 2026; 32: 1351–1361.