Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): Symptome, Diagnose, Therapie

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Ein Reizmagen(syndrom), medizinisch auch funktionelle Dyspepsie genannt, ist eine häufige Verdauungsstörung. Er äußert sich durch wiederkehrende Beschwerden im Oberbauch, ohne dass sich eine eindeutige organische Ursache finden lässt. Die Leitsymptome sind Völlegefühl nach dem Essen, frühes Sättigungsgefühl, Schmerzen und Brennen im Oberbauch. Mögliche Begleitsymptome sind Übelkeit, Aufstoßen, Sodbrennen und Blähungen. Die genauen Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt, aber eine vermehrte Empfindlichkeit des Magens und eine veränderte Magenbeweglichkeit werden als mögliche Faktoren diskutiert.

Die Diagnose gilt als gesichert, wenn:

  • die typischen Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen,
  • sie in den letzten drei Monaten regelmäßig aufgetreten sind und
  • keine andere Erkrankung als Ursache infrage kommt.

In vielen Fällen finden sich Überlappungen mit anderen Erkrankungen, darunter dem Reizdarmsyndrom und der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Wenn die Kriterien gegeben sind, sollte die Diagnose Reizmagensyndrom gestellt werden, um weitere Untersuchungen zu vermeiden. Außerdem können damit die Sorgen von Betroffenen genommen werden, dass es sich um eine ernsthafte bzw. bösartige Erkrankung handeln könnte.

Ähnlich zu anderen funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen empfiehlt die Leitlinie Allgemeinmaßnahmen und weist auf Risikofaktoren hin. Der Reizmagen tritt häufig im mittleren Lebensalter auf, Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Gesicherte Risikofaktoren sind unter anderem Rauchen sowie die chronische Einnahme von Schmerzmitteln der NSAR-Gruppe, z.B. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac. Psychische Vorerkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen können ein Reizmagensyndrom begünstigen.
Bei der Ernährung sollten individuelle Unverträglichkeiten berücksichtigt werden. Häufige kleine Mahlzeiten, das Vermeiden von Rohkost und die Wahl von fettarmen Lebensmitteln werden stark empfohlen.
Auch gründliches Kauen ist wichtig: Grob zerkleinerte Nahrung verzögert die Magenentleerung und kann den Magen zusätzlich belasten.

Sollten die Allgemeinmaßnahmen nicht ausreichen, können Medikamente eine Abhilfe darstellen. Die Leitlinie empfiehlt insbesondere die Behandlung mit pflanzlichen Arzneimitteln wie STW5-II, für die eine gute wissenschaftliche Datenlage vorliegt. Sie können über mehrere Wirkmechanismen eine Symptomverbesserung bewirken.

Im Rahmen unseres Webinars „Volkskrankheiten: Refluxerkrankung und Reizmagen – Aktuelles zur Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten“ hat unser Gast, Prof. Dr. Joachim Labenz – Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie/Hepatologie und maßgeblich an der Erstellung von Leitlinien wie zur gastroösophagealen Refluxerkrankung beteiligt – erklärt, wie diese Beschwerden erkannt und eingeordnet werden und welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind, um andere Erkrankungen auszuschließen. Des Weiteren ist der Experte auf therapeutische Optionen eingegangen.

Fazit:

  • Beschwerden sind real, aber gutartig; keine ernsthafte organische Erkrankung
  • Diagnostik dient dazu, andere Erkrankungen auszuschließen und Sicherheit zu geben
  • Lebensstil- und Ernährungsanpassungen können Beschwerden deutlich lindern
  • Medikamente stehen zur Verfügung, wenn Allgemeinmaßnahmen nicht ausreichen. Pflanzliche Präparate sind oft gut verträglich und wirksam
  • Ganzheitlicher Ansatz aus Aufklärung, Allgemeinmaßnahmen und medikamentöser Unterstützung führt meist zu spürbarer Besserung

Die komplette Aufzeichnung des Webinars ist jetzt auf unserem YouTube-Kanal verfügbar.


Hinweis zu Studienaufruf:
Interessierte Patient:innen können das Gelernte direkt umsetzen, indem sie an der klinischen Studie von Cara Care teilnehmen. Darin wird untersucht, ob eine App dabei helfen kann, unter anderem Ernährung und Lebensstil besser anzupassen und Beschwerden von Reflux und Reizmagen zu reduzieren. Die Teilnahme erfolgt vollständig digital von zuhause. Bei einer Teilnahme erhalten Sie eine angemessene Aufwandsentschädigung. Weitere Informationen finden Sie hier.