Neues aus der Forschung: Low-FODMAP-Diät kann Symptome des Reizdarmsyndroms lindern
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Zum Tag der gesunden Ernährung (07.03) rückt ein ernährungstherapeutischer Ansatz in den Fokus, der für Menschen mit Reizdarmsyndrom besonders relevant sein könnte. Beim Reizdarmsyndrom sind die Symptome multifaktoriell begründet. Ernährungsmaßnahmen gelten seit Längerem als therapeutischer Ansatz. Im Fokus aktueller Studien ist die Low-FODMAP-Diät, bei der Mehrfach-, Einfachzucker und Zuckeralkohole ausgelassen werden. Das Magen-Darm-Forum gibt einen Überblick zur Wirksamkeit dieser Therapie und ihrer Einbindung in multimodale Konzepte.
In der Pathophysiologie des Reizdarmsyndroms spielen verschiedene Faktoren eine Rolle und führen zu ähnlichen Symptomen. Viele Betroffene berichten über Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Daraus ergibt sich die Idee, dass die Erkrankung durch gezielte Ernährung positiv beeinflusst werden kann.
Was steckt hinter der Low-FODMAP-Diät?
FODMAP ist die englische Abkürzung für Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides and Polyols. Bei dieser Diät werden vergärbare Mehrfachzucker (z. B. Laktose), Einfachzucker (Fruktose) und Zuckeralkohole (Süßstoffe) ausgelassen. Die Diät soll Beschwerden durch bestimmte Kohlenhydrate reduzieren. Diese Substanzen können Diarrhoe, Meteorismus und Schmerzen auslösen.
Fünf aktuelle Studien weisen auf eine Reduktion der Beschwerden hin, insbesondere Blähungen, Völlegefühl, Flatulenz, Obstipation, Abdominalschmerzen, plötzlichen Stuhldrang und veränderte Stuhlkonsistenz.
Umsetzung der Diät
Das Ziel einer FODMAP-Diät ist es, mit möglichst geringer Einschränkung eine akzeptable Symptomkontrolle zu erreichen.
Zunächst wird das Spektrum der erlaubten Lebensmittel stark eingeschränkt. Zwei bis vier Wochen werden Lebensmittel mit schnell vergärenden Kohlenhydraten streng vermieden, darunter Süßigkeiten (Zuckeralkohole), Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel (Fruktane), Steinobst (Sorbit) und Kohlsorten (Fruktane). Anschließend erfolgt die schrittweise Wiedereinführung einzelner Lebensmittel, um einen individuell möglichst vielfältigen Speiseplan zu erstellen.
Da die Ernährung die Darmbakterien beeinflusst, birgt die Low-FODMAP-Diät mögliche Wirkmechanismen.
Risiken und Vorsicht
Restriktive Diäten können Mangelernährung verursachen durch
- Reduktion der Ballaststoffzufuhr
- Veränderung der Mikrobiota
Wichtig: Längere Diäten sollten unter Beratung einer Ernährungsfachkraft erfolgen.
Fazit
Eine Ernährungsumstellung mit der Low-FODMAP-Diät kann Symptome des Reizdarmsyndroms lindern, wenn sie strukturiert und fachlich begleitet in einen multimodalen Behandlungsansatz eingebettet ist.
Weitere Informationen
Die Gesundheitsreihe "Die Ernährung-Docs" beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema.