Neue Erkenntnisse: Wie Darmbakterien mit dem Körper kommunizieren
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Das Mikrobiom – die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen – steht zunehmend im Fokus der Forschung. In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass Darmbakterien nicht nur die Verdauung beeinflussen, sondern auch Auswirkungen auf das Immunsystem, den Stoffwechsel und möglicherweise sogar auf neurologische Erkrankungen haben können.
Forschende des Helmholtz Zentrum München und weiterer Einrichtungen haben nun einen bislang wenig verstandenen Kommunikationsweg zwischen Darmbakterien und menschlichen Zellen genauer untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass bestimmte bakterielle Proteine direkt in menschliche Zellen eingeschleust werden können. Überraschend dabei: Dieser Mechanismus wurde nicht nur bei krankheitserregenden Bakterien, sondern auch bei harmlosen, natürlicherweise im Darm vorkommenden Bakterien nachgewiesen.
Die Forschenden vermuten, dass dieser Austausch eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems spielt. Damit könnten die Ergebnisse dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Störungen der Darmflora mit Erkrankungen in Verbindung stehen – darunter chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder andere immunvermittelte Erkrankungen. „Die Studie liefert spannende Einblicke in die Frage, wie Darmbakterien mit unserem Körper kommunizieren. Je besser wir diese Mechanismen verstehen, desto besser können wir nachvollziehen, welchen Einfluss das Mikrobiom auf Gesundheit und Krankheit hat“, erklärt Prof. Dr. Robert Patejdl, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). „Gerade für Erkrankungen, bei denen das Immunsystem eine wichtige Rolle spielt, könnten solche Erkenntnisse künftig neue Ansatzpunkte für Prävention und Therapie eröffnen.“
Die Arbeit verdeutlicht einmal mehr, dass das Mikrobiom weit mehr ist als eine Ansammlung von Darmbakterien. Es handelt sich um ein komplexes Ökosystem, das in ständigem Austausch mit dem menschlichen Organismus steht.