Lesetipp: Wie Darm und Gehirn miteinander kommunizieren
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Warum spielen Stress, Sorgen oder belastende Erfahrungen bei vielen Menschen mit Reizdarmsyndrom eine so große Rolle? Und weshalb können psychologische Faktoren körperliche Beschwerden im Magen-Darm-Trakt beeinflussen, ohne dass diese „eingebildet“ wären?
Antworten auf diese Fragen gibt eine aktuelle Übersichtsarbeit unter Federführung von Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch. Die 2026 in der renommierten Fachzeitschrift Gastroenterology veröffentlichte Arbeit fasst den aktuellen Wissensstand zu Störungen der Darm-Hirn-Interaktion zusammen – darunter das Reizdarmsyndrom, funktionelle Dyspepsie und weitere funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen. Die Autorinnen und Autoren zeigen, wie eng Darm, Gehirn, Nervensystem und Immunsystem miteinander vernetzt sind und wie biologische, psychologische und soziale Faktoren gemeinsam zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Beschwerden beitragen können.
Besonders wertvoll ist der ganzheitliche Blick auf die Erkrankungen. Die Arbeit erläutert verständlich, warum moderne Behandlungskonzepte heute weit über die reine Betrachtung des Darms hinausgehen und weshalb beispielsweise Stressbewältigung, psychologische Unterstützung oder der Umgang mit Krankheitserwartungen wichtige Bausteine einer erfolgreichen Therapie sein können.
Die Publikation gilt bereits jetzt als Referenzwerk auf dem Gebiet der Darm-Hirn-Achse und macht deutlich, wie wichtig ein biopsychosoziales Verständnis chronischer Magen-Darm-Beschwerden ist. Für Betroffene bietet sie eine ermutigende Botschaft: Die Beschwerden sind real, wissenschaftlich erklärbar und können durch verschiedene, aufeinander abgestimmte Behandlungsansätze positiv beeinflusst werden.
Zum Weiterlesen
Deutsche Zusammenfassung der Universität Duisburg-Essen:
Störungen der Darm-Hirn-Achse besser verstehen und behandeln
Originalpublikation in Gastroenterology:
Biopsychosocial Aspects of Adult and Pediatric Disorders of Gut–Brain Interaction
Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch zählt international zu den führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Darm-Hirn-Achse. Sie ist Professorin an der Universität Duisburg-Essen und erforscht die Wechselwirkungen zwischen Gehirn, Darm und Immunsystem bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) sowie in der European Society of Neurogastroenterology and Motility (ESNM).