Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Symptome, Diagnose, Therapie

News vom

Reflux beschreibt den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, was viele Menschen als Sodbrennen oder saures Aufstoßen erleben. Reflux ist nicht immer krankhaft. Erst wenn solche Beschwerden regelmäßig auftreten und die Lebensqualität einschränken, spricht man von einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) bzw. vereinfacht Refluxerkrankung. Typische Symptome sind neben Sodbrennen ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, häufiges Aufstoßen und ein säuerlicher Geschmack im Mund. Es muss nicht zwingend eine Korrelation zwischen Schäden in der Speiseröhre/im Magen und den Symptomen vorliegen.

Die Refluxerkrankung kann verschiedene Ursachen haben. Häufig ist die natürliche Antirefluxbarriere zwischen Magen und Speiseröhre geschwächt, sodass Magensäure oder Speisebrei leichter zurückfließen können - teilweise sogar bis in den Mund. Als gesichert gilt, dass Ernährung und Lebensstil eine wichtige Rolle spielen und die Beschwerden deutlich beeinflussen können.

Die Diagnose einer Refluxerkrankung ist nicht immer einfach. Es gibt keine einzelne Untersuchung, die die Erkrankung sicher bestätigt. Deshalb sind manchmal mehrere Untersuchungen nötig – vor allem dann, wenn sich trotz Beschwerden keine eindeutige Ursache finden lässt. Für Betroffene kann das sehr belastend und frustrierend sein, da sie sich eine klare Erklärung für ihre Symptome wünschen.
Eine Magenspiegelung wird lediglich in bestimmten Fällen empfohlen, wie z.B. bei Vorliegen von Alarmsymptomen (Schluckstörungen, starke Gewichtsabnahme innerhalb kurzer Zeit oder Blutungen).

Die Leitlinie empfiehlt für alle Patient:innen zunächst “Allgemeinmaßnahmen”. Dazu gehören:

  • Zwerchfelltraining (Bauchatmung),
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht,
  • Anpassung der Schlafposition (Hochlagern des Oberkörpers beim Schlafen) und
  • Lebensstilveränderungen wie das Vermeiden von spät abendlichen Mahlzeiten, Alkohol und Tabakprodukte.

Diese Maßnahmen sind wissenschaftlich gut belegt und sollten immer ausprobiert werden. Sollten sie in Kombination mit der Einnahme von geeigneten Medikamenten wie Protonenpumpenhemmer oder Antazida nicht zu einer Linderung der Symptome führen, sollte eine weitere Diagnostik erfolgen.

Viele Betroffene erhalten Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol, die vom Arzt verordnet werden oder teilweise auch in der Apotheke ohne Rezept erhältlich sind. Diese Medikamente sind sehr wirksam und können Beschwerden deutlich lindern. Häufige Fehler sind jedoch unter anderem eine zu lange Therapie oder eine falsche Einnahme (z.B. Einnahme magensaftresistenter Hartkapseln mit der Mahlzeit).
Generell gilt: Protonenpumpenhemmer sollten nur in Ausnahmefällen dauerhaft eingenommen werden. Die Auswahl des Medikaments sollte mit dem Hausarzt gemeinsam besprochen werden, da sich der Wirkeintritt je nach Wahl unterscheidet. Dabei betonte der Experte, dass eine Reihe von Substanzen geeignet sein können und dies individuell beurteilt werden sollte. Eine pauschale Lösung gibt es nicht.

All diese Aspekte wurden im Webinar „Volkskrankheiten: Refluxerkrankung und Reizmagen – Aktuelles zur Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten“ am 10. Februar 2026 näher beleuchtet: Wie wird Reflux diagnostiziert? Welche Rolle spielt die Ernährung und der Lebensstil? Und welche Therapieoptionen gibt es? Unser Gast, Prof. Dr. Joachim Labenz – Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie/Hepatologie und maßgeblich an der Erstellung von Leitlinien wie zur gastroösophagealen Refluxerkrankung beteiligt – zeigte, dass neben schulmedizinischer Behandlung vor allem Lebensstil- und Ernährungsanpassungen Beschwerden deutlich reduzieren können.

Fazit:

  • Das gelegentliche Vorliegen von einzelnen Refluxsymptomen bedeutet nicht, dass eine Refluxkrankheit vorliegt.
  • Die Diagnostik ist in der Praxis nicht leicht und erfordert Geduld.
  • Die Ernährung und der Lebensstil sind ein zentraler Bestandteil der Behandlung..
  • Medikamente können helfen, sind aber meist nur ein Teil des Gesamtkonzepts.

Die vollständige Aufzeichnung des Webinars steht jetzt auf unserem → YouTube-Kanal zur Verfügung.

Hinweis zu Studienaufruf:
Interessierte Patient:innen können das Gelernte direkt umsetzen, indem sie an der innovativen klinischen Studie von Cara Care teilnehmen. Darin wird untersucht, ob eine App dabei helfen kann, unter anderem Ernährung und Lebensstil besser anzupassen und Beschwerden von Reflux und Reizmagen zu reduzieren. Die Teilnahme erfolgt vollständig digital von zuhause. Bei einer Teilnahme erhalten Sie eine angemessene Aufwandsentschädigung. Weitere Informationen finden Sie → hier.